Wie alles begann:

Schutze_animiert2003 habe ich auf einem Mittelaltermarkt wieder mein altes Interesse am Bogenschiessen wiederentdeckt. Ich wollte mir auf dem nächsten Markt einen traditionellen Bogen kaufen - super.
Leider waren die Bögen auf dem Markt doch sehr teuer (so dachte ich zumindest damals) und bin am nächsten Tag in ein hiesiges Waffengeschäft gefahren und hab mir dort ein leider zu teures Sportbogen-Set gekauft. Auch wurde ich hier sehr fachmännisch beraten -
“Du bist doch ein starker Mann, da kannst Du ruhig mit einem 38# (engl.Pund) anfangen.”
Es stellte sich schnell heraus , dass dies eine ganz schöne Herausforderung war, aber mit viel üben habe ich mir dann die Muskulatur aufgebaut.
Natürlich musste dann auch eine Scheibe herbei, die ich mir bei Ebay ersteigerte (ich hätte das Geld doch in eine besser anlegen sollen).

Und das Beste war natürlich, das Andrea auch Spass am Bogenschiessen fand und so haben wir ihr das gleiche Set im Internet für ca. 50€ weniger bestellt.
Natürlich waren unsere Jungs auch begeistert, so dass wir ihnen erst einmal einen einfachen Kinderspielzeugbogen gekauft hatten.

Nach einige Zeit bin ich auch zu der Erkenntnis gekommen, ich will mir selbst eine Bogen bauen.
Mittlerweile hatten wir auch schon einige Freunde interessiert gemacht und als ich mit der Idee ankam einen Bogen selbst zu bauen, sagten Marco und Carl , dass sie mit dabei sind.
Also bin ich im I-Net unterwegs nach Bogenbaukursen gewesen und habe einen bei Jürgen Junkmanns
www.pfeil-bogen.de für uns im Dezember 2003 gebucht.

Im September 03 waren wir mal wieder auf einem Mittelaltermarkt und haben dort für die Jungs die erst richtigen Bögen aus Manau gekauft.
Und da hat es mich auch mit dem Pfeile selber bauen erwischt. Wir haben uns die ersten Einzelteile fürs Bauen gekauft, ohne jeglichen Kenntnisse auf was zu achten ist.
Wir wurden auch nicht von diesem Bogenbauer und Händler darauf aufmerksam gemacht.

Auf dem Bogenbauseminar haben wir 3 unsere ersten Bögen gebaut.
Marco und ich bauten uns je einen Alamanischen Langbogen und Carl baute sich einen Wikingerbogen, die Zuggewichte waren zwischen 40# und 50#.
ich beim Schwitzen

Wir sind ganz schön ins Schwitzen geraten, denn so schwer hatten wir es uns eigentlich nicht vorgestellt und als wir dann auch noch die Sehne drehen mussten, habe ich mir fast die Finger verknotet.
Abends waren wir dann super afrikanisch Essen.
Am Sonntag haben wir uns dann noch jeder 2 prähistorische Pfeile mit Hornspitzen gebaut und die Bögen feingeschliffen.

Marco mit Bogen

Marco und Carl stolz mit ihren Bögen

Carl mit Bogen

Wieder zu Hause angekommen haben wir unser Werke stolz präsentiert und habe sie gleich ausprobiert. Seit dem bin ich dem Langbogen verfallen.

An dem Wochenende wurde mir auch von einem Bogenforum erzählt, welches in den Anfängen war und so habe ich mich auch gleich dort angemeldet um weiteres Wissen zu erlangen.

Im Juni 2004 war das erste Treffen in Neubrunn mit Bogenturnier.
Auf dem Mittelaltermarkt in Freienfels konnten wir schon die ersten aus dem Forum kennen lernen und freuten uns somit auf ein tollen Wochenende im Juni.

Andrea ist mit Widerwillen zum Zelten gefahren und dann hatten wir am Samstag auch noch einen schönen Regentag - toll.
Am Sonntag war dann das 1. Neubrunner Wald- und Wiesenturnier.
Andrea wollte dieses Turnier noch nicht mit schiessen und lieber unser Lager abbauen - was hat sie verpasst.
Die Jungs und ich waren nach diesem Turnier  hin und weg von einem 3D-Turnier -- es war ja auch unser 1.Turnier.
Im Wald standen lebensechte Tiere aus Schaum in jagdlichen Situationen. Für uns 3 Jungs war es nur toll und nach dem Turnier haben wir Andrea nur vorgeschwärmt was sie verpasst hat.
Aber ich muss auch sagen, dass wenn Andrea nicht während des Turnieres abgebaut hätte, hätte dies bis in die Nacht gedauert, denn wir waren erst um ca. 16:30 Uhr mit dem Turnier fertig.
Bis zur Siegerehrung dauerte es natürlich noch und so konnte ich das Großgepäck im Auto verstauen.
Wir waren ganz überrascht, das wir auf unseren 1. Turnier nicht die letzten Plätze belegt hatte und im 3. Viertel lagen -- welch Wunder war hier geschehen.

In diesem Sommer 2004 hat mich der Ehrgeiz gepackt,  selbst Bögen zu bauen.
Und so fing ich an mir das passende Werkzeug zu kaufen, Rohlinge und los ging es auf einem Wackeltisch.
Mann , was habe ich Brennholz produziert.

Wir alle waren hin und weg und fassten den Entschluss ein Parcours müsse nach Dodenau, da wir ja nicht immer so weit fahren wollten.

Zu Hause erzählten wir dies einigen Freunden und diese fanden die Idee super, so das Andrea und ich uns an die Arbeit machten ein passendes Gelände zu finden.
Parallel holten wir bei anderen Vereine Infos ein, was sie zu beachten hatten beim Aufbau ihren traditionellen Bogenparcours.

So begann der lange Weg bis zur Parcourseröffnung.


Im Sommer 2004 sind Andrea und ich in den Wäldern um Dodenau herum gestriffen um ein brauchbares Gelände zu finden. Wir dachten so ca. 5 ha sollten reichen für unser Vorhaben.

Im Oktober waren die ersten Gespräche mit der Stadt, worauf wir und mit unserem Bürgermeister und dem Forstamtsleiter im November zu einer Präsentation im Hotel Sassor trafen. Wir hatten alles vorbereitet neben der Powerpointpräsentation waren unsere Bögen und auch unser 3D Fuchs mit dabei. Zur Begrüssung sagte Herr Berendes gleich:” Sind wir den hier bei Robin Hood?”, da waren wir schon das 1. mal geschockt, - wie sollte das nur enden.
Im Anschuss sind wir mit Herrn Berendes in ein Waldstück gefahren um ihm eine Vorführung zu machen und ihn aber auch selbst schiessen zu lassen.

Herr Berendes war unserem Vorhaben positiv eingestellt und er war auch der Meinung, das dieses Waldstück jagdlich nicht sehr interessant sei, da in der Nähe noch ein Wildgehege ist, wo viele Besucher unterwegs sind.

Also machten Andrea und ich uns daran einen Parcours auszuarbeiten und auf der Stadt suchten wir die ganzen 72 Eigentümer heraus. Dies alles hätten wir uns sparen können, da hier der Jagdpächter nun sein Veto eingelegt hatte Anfang 2005.

Darauf hin sind wir wieder losgezogen um ein anderes Waldstück zu erkunden. Nachdem wir dieses ausgearbeitet hatten um es dem Jagdpächter zu erläutern, sagte dieser er wolle eine Ortstermin mit uns machen und er würde sich melden , wenn er Zeit hat.
Gut das wir geduldig sind , denn wir warten heute noch auf diesen Termin.

 

Im Winter stellte sich heraus, dass wir unser Scheunendach neu decken mussten und das war meine Gelegenheit.
Ich wollte mir schon seit Jahren eine kleine Werkstatt einrichten, doch früher hatten man die Querbalken aus der Scheune entfernt, und wir legten eine neue Balkenlage , so dass ich mir eine Werkstat einrichten konnte.
So begann ich 2005 die ersten laminierten Bögen zu bauen.

 

Somit wurde uns dann im Mai 2005 klar um Dodenau wird es schwierig etwas zu finden, also haben wir uns im Juli an Hessenforst gewandt.
Ende August hat Herr Berendes uns ein Waldstück bei Reddighausen, unserem Nachbarort, vorgeschlagen. Hier hätte der Jagdpächter keine Einwände geäussert.
Und wieder sind Andrea und ich losgezogen , diesmal mit Unterstützung von Herbert, Bogner und Förster aus Römershausen. Der Revierförster Herr Iske war auch zugegen und hat uns beim erkunden viel Spass gewünscht.
Nun gingen die Verhandlungen mit Hessenforst los, und es stellte sich heraus, dass das Gelände 27 ha groß war - wow.

Am 22.Dezember 2005 trafen Andrea und ich uns mit Herrn Röbert vom Hessenforst zu einem Ortstermin, wo es um das Gesamtvorhaben und vor allem um Sicherheitsdinge ging.

Dazu haben wir unseren Fuchs immer wieder auf eine andere Position gestellt und auch Herrn Röbert konnte selbst einige Pfeile fliegen lassen.
Nach einer Weile sagte er dann nur:
 “OK, Sie können das Gelände für eine Bogenparous bekommen”
Wir waren total happy.
Am 24. 12.05 war dann der Vorvertrag in der Post - was für ein Weihnachtsgeschenk!!!
Weiter erfuhren wir , dass das Gebiet für die Jagdpacht neu ausgeschrieben wird für April 2006 und wir dann mit in die Ausschreibung und den Jagdpachtvertrag mit aufgenommen würden.

Wir hatten natürlich diese freudige Nachricht schon einigen mitgeteilt und so haben wir uns entschlossen im Februar eine Verein zu gründen, denn wir waren ja gerade genug dafür,
Alexandra, Franziska, Ulli, Stefan, Carl, Axel und natürlich wir beiden.

So rührten wir die Werbetrommel für den 18. Februar 2007.

Zwischenzeitlich waren wir schon Anfang Februar bei der Naturschutzbehörde um unser Vorhaben anzuzeigen, so wie es viele andere Vereine vor uns in anderen Gemeinden auch gemacht hatten.

Wir legten Herrn Kaiser unsere Planung vor und er wollte sich das alles in Ruhe ansehen.

Der 18. Februar war gekommen und wir waren sehr aufgeregt, da wir nicht wussten wie groß das Interesse war, da ja einige schon geschmunzelt hatten “Wie Robin Hood in Strumpfhosen wollen die im Wald herumspringen”
Wir hatten verschiedene Bogentypen und erste selbstgebaute 2D-Tiere, die Andrea liebevoll angemalt hatte, und Herbert hatte noch ein Video mitgebracht.
Der Abend war ein voller Erfolg, den wir haben den BSV Dodenau-Tatinowi mit 19 Gründungsmitgliedern gründen können - damit hatten wir wirklich nicht gerechnet.
die-Gruender

Am 19.02.06 haben wir gleich die Domain www.bsv-dodenau-tatinowi.de auf uns registriert.

In der kommenden Woche erfuhren wir leider das dieses Gebiet FFH-Gebiet im Vorschlag war und wir so noch ein ornithologisches Gutachten benötigten, aus dem hervor geht, das dort im Wald keine seltenen Vogelarten lebten.
Diesen Gutachten konnte Herr Schneider von der NaBu erst im April bis Anfang Mai machen, da der Winter sehr lange war.
Zwischenzeitlich hatten wir bei der Stadt Hatzfeld auch eine Genehmigung beantragt, da das Gelände ja im Stadtgebiet der Stadt Hatzfeld liegt.
Aber mit dem Naturschutz war der Weg noch nicht zu Ende
Es folgte das Bauamt, wo wir Herrn Lückel auch unser Vorhaben schilderten.
Hier benötigten wir allerdings einen Bauantrag und wir hatten das Glück das unser Vereinsmitglied Jürgen Architekt ist, der uns so durch den Dschungel des Bauamtes lotste.
Das Bauamt zog dann noch den Schiessstandsachverständigen und das Strassenbauamt mit hinzu. 
Nachdem sich alle Behörden von der Sicherheit des Vorhabens überzeugt hatten haben wir Ende September 2006 unsere Baugenehmigung für den ersten Bogenparcours im Kreis Waldeck-Frankenberg erhalten.

Am erstem Oktoberwochenende war es dann soweit, wir haben eine Aufräumaktion der Geländes gemacht und konnten unseren erste Trainingsparcours mit Schiesssäcken ausstatten.
Aufstellen des 1. TrainingsparcoursEinweihungsschiessen

Da PE-Plattenmaterial wurde bestellt und wir waren zu dem Zeitpunkt schon über 25 Mitglieder.

Und dann kam im Januar 2007 Kyrill auf einen Abstecher bei uns vorbei.
Er hat von unserem Gelände ca. 40% in eine Baumwürste verwandelt.
Kyrill-18-01-07_003Kyrill-18-01-07_024
Da waren erst ein mal alle geknickt, da unser gesamter Trainingsparcours nun zerstört war.
Wir konnten gerade 5 Ziel unter den Bäumen gerade ziehen, bis wir ein Begehungsverbot von unserem Revierförster erhielten.
Dieser versprach uns diese Abteilung als erstes zu bearbeiten sowie er den Harvester bekomme.

4 Wochen später zum 1. Geburtstag des Vereins konnten wir unseren 2. Trainingsparcours in einem anderen Bereich des Geländes aufbauen und frei geben.

Ostern sind 2 finnische Waldarbeiter mit Harvester angerückt und haben den den Wald “aufgeräumt”. So konnten wir mit Unterstützung aus dem Verein die Bruchflächen bis ca. Mitte Mai aufräumen, damit man vernünftig gehen konnte.

Zwischenzeitig hatten Andrea und Alex und noch ein paar andere Damen aus dem Verein die Tiere alle angemalt, die ich aus den PE-Platten ausgeschnitten und die Konturen vorgemalt hatte.
Andrea im MalfieberMalabend der Pinselquäler

Andrea, Herbert und ich sind dann mal wieder losgezogen und haben einen neuen Parcours in der Südhälfte des Geländes ausgearbeitet. Nach einigen Probeläufen und Sicherheitsüberlegungen hatten wir unseren 1. festen Parcours ausgearbeitet. Die Ziele und die Pflöcke waren fest gelegt, in der Hoffnung dass die Schüsse eine gute Mischung für Anfänger und auch Fortgeschrittene waren.
Jetzt hatten wir unser Rollkommando einberufen , damit die Wege aufgeräumt wurden.
Es war ein super erfolgreicher Arbeitseinsatz.

Mitte Mai waren wir auf einem großen Turnier in Neubrunn, wo wir natürlich auch bei unseren Forenbekanntschaften die Werbetrommel gerührt hatten.

2 Wochen vor Eröffnung haben wir die Tiere in den Wald gestellt und die Wege angefangen auszuschildern.

9-Tiger

18-Gorilla

31-Hyäne

19-Grizzly

Wir haben dann bis zur Parcourseröffnung alle viel gerödelt.
Sascha war mit der gesamten Verpflegung voll im Gange, Maik war für den gesamten Materialtransport vergattert und wir waren nur noch am rotieren (na ja hauptsächlich ich, da ich ja verdonnert war eine Rede zu reden).
Die machten mir Andrea und so liebe Nachbarn und Freunde nicht gerade leicht ,
da ich so was noch nie gemacht hatte und bei jedem Anfang habe sie angefangen zu lachen während meiner Proben.
Ich brauchte mir an dem Donnerstag vor Eröffnung keine Feinde zu suchen - sie sassen in meinen Wohnzimmer.

2. Juni 2007
Wir haben es geschafft.
Ich durfte meine 1. Rede reden
Mit diesen Worten habe ich meine Rede begonnen, welche eine große Bedeutung haben, zumindest für mich. Denn wir, Andrea und ich, haben begonnen diesen Weg gemeinsam zu bestreiten und haben nach und nach immer mehr Unterstützung in diesem Vorhaben bekommen.
Wir haben uns ,aber auch allen anderen Bognern hier in Dodenau einen Traum erfüllt.
Es war ein langer holpriger Weg über Steine und Schlaglöcher den wir gegangen sind und nach 3 Jahren ist er noch nicht zu Ende, doch er führt nun über einen geraden Waldweg, denn nun haben wir Untersützung durch den Verein

Danke

Andrea & Thomas bogensmilie